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calce
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KALK

Kalk, aus dem Lateinischen „calx“, ist ein anorganisches Bindemittel auf der Basis von Kalziumverbindungen, welches durch das Brennen von Kalksteinfelsen gewonnen wird und mit Wasser chemisch zu einer widerstandsfähigen festen Verbindung reagiert.

Der Begriff Kalk bezeichnet eine Reihe von Baumaterialien, die seit der Antike bekannt sind und durch das Brennen von Kalkstein, Marmor, Muscheln oder anderen gelblichen Materialien, die Kalziumkarbonat enthalten, gewonnen werden. 

Schon die Römer und Phönizier hatten gelernt, Kalk als Baumaterial zu verwenden, indem das mit Sand zu Mörtel vermischt wurde. 

Vitruv beschreibt in seinem Werk De architectura das Brennen von weißen Steinen in Öfen (den Kalköfen), wo sie an Gewicht verlieren. Heute wissen wir, dass es durch die Freisetzung von Kohlendioxid erfolgt. Das gewonnene Material, Branntkalk, wurde anschließend in mit Wasser gefüllten Behältern “gelöscht”. 

Ursprünglich nur in Form von “Luftkalk” (der nur an der Luft härtet) verwendet, welcher später mit gebranntem Ton (Töpferwaren, Ziegelsteine usw.) oder mit Puzzolan, einem Sand, welcher reich an Kieselerde ist, vermischt wurde. Dadurch änderte sich seine Eigenschaften in Bezug auf Widerstandsfähigkeit und Undurchlässigkeit, aber vor allem konnte er auch in Umgebungen eingesetzt werden, die nicht mit Luft in Berührung kommen (typischerweise unter Wasser). 

Damit sind die sogenannten “Wassermörtel” entstanden, obwohl sie auf der Basis von Luftkalk hergestellt werden.

pozzolana

PUZZOLAN

Puzzolan ist ein eruptives Ergussgestein, eine Art Tuffstein, welches nur wenig oder gar nicht kompakt ist. Der Begriff wird auf vulkanische Pulver verschiedener Art ausgedehnt, die mit Kalk reagieren können, um Mörtel mit bemerkenswerten hydraulischen Eigenschaften zu gewinnen, die besonders wasserbeständig sind.    

Der Name „Puzzolan“ leitet sich von Pozzuoli ab, der Staub von Puteoli, ursprünglich mit den meisten Vorkommen aus Campi Flegrei, welcher dann in die ganze Welt exportiert wurde.   
  
Wie in der Vergangenheit, so ist Puzzolan auch heute noch ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung von Zement, insbesondere von Puzzolanzement. Dieser weist eine besondere Widerstandsfähigkeit gegenüber chemischen Stoffen sowie der auflösenden Wirkung des Meerwassers auf und ist somit für den Einsatz unter Wasser geeignet.    

Gerade die hydraulische Eigenschaft machte Puzzolan im Römischen Reich so beliebt, denn mit dieser Zementart wurden große Bauwerke wie Stauseen, Brücken, Hafenpfeiler und sogar Kuppeln (wie die des Pantheons) errichtet. Und wenn wir heute, nach fast 2100 Jahren, diese Bauwerke immer noch bewundern können, dann haben wir das nur der Vorzüge der Materialien und der tadellosen Ausführung zu verdanken.

cocciopesto

COCCIOPESTO

Cocciopesto ist ein Baumaterial, das sowohl als wasserdichter Belag für Böden im Innen- und Außenbereich als auch für Wandverkleidungen verwendet wird. 

Er besteht aus fein zerkleinerten Ziegelbruchstücken (Fliesen oder Ziegelsteine) und feinem Mörtel auf der Basis von Luftkalk. 

Er wird in mehreren Schichten verlegt, die sich durch unterschiedliche Korngrößen auszeichnen sowie mehrfach geschlagen und befeuchtet werden. 
Es wird seit der Römerzeit als Abdichtungsmittel (Auskleidung von Tanks oder Zisternen) oder in Fußböden verwendet. 

Bis heute noch wird er weitgehend verwendet. 

Die alten Römer nannten es „Opus signinum“, ein lateinischer Begriff, der sich von der Stadt Segni (Signa) in der Nähe von Rom ableitet, wo es laut antiker Quellen erfunden wurde. Auch Vitruv beschreibt seine Herstellung und Verwendung.
 
Es ist für die Sanierung und Restaurierung von Gebäuden der Altstadt und für neue architektonische Lösungen besonders geeignet.

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BRUSONI

Der Begriff „Brusoni“ stammt aus der alten venezianischen Sprache (brusà = verbrannt) und ist heutzutage in Venetien, insbesondere in Venedig, noch weit verbreitet. Der antike Begriff “Brusone” bezieht sich auf verbrannte Ziegelsteine, die in Holzöfen gebrannt wurden. Die Ziegelsteine werden dadurch kräftig und bekommen eine schwarze oder gräuliche Farbe, die auch gelbliche Schattierungen aufweisen kann; er ist von Natur aus sehr porös.   

Diese “Brusoni” wurden früher in den kostspieligen architektonischen Bauten für die Konstruktion von Unterböden in Villen, Palästen und Burgen verwendet.

calcinaroli
calcinaroli

CALCINAROLI

Das Phänomen der Calcinaroli bezieht sich auf das für Luftkalk typische Phänomen, das nach dem “Auslöschen” von Branntkalk, CaO (Calciumoxid), auftritt. Der Kalkstein (CaCO3) baut sich während des Brennens durch folgende Reaktion ab: CaCO3 -> CaO + CO2, d. h., es entsteht Calciumoxid (CaO, auch Branntkalk genannt) und Kohlendioxid (CO2) wird freigesetzt. Der in den Brennöfen gewonnene Kalk kann direkt als Branntkalk in Stückform vermarktet werden. Häufiger wird er nach der exothermen Reaktion zu Hydrat (gelöschtem Kalk) verarbeitet: CaO + H2O -> Ca(OH)2, d. h. durch Zugabe von Wasser (H2O) zu Calciumoxid (CaO) entsteht ein Calciumdihydroxid (Ca(OH)2, auch Löschkalk genannt). 

Das Auslöschen kann auf zwei Arten erfolgen:

  • durch Besprengen: mit Zusatz vom Wasser, das für die Reaktion erforderlich ist. Es wird zerstäubtes und unter Druck stehendes Wasser verwendet, das die Bildung eines Pulvers (Kalkpulver) begünstigt, das in Säcken verkauft und für Mörtel und Kalkfarben verwendet wird. 
  • durch Eintauchen: mit Zusatz von einer großen Menge an Wasser, nicht nur das, das für die Reaktion notwendig ist. Auch “in großem Wasser” genannt, wird er vor Ort in großen Becken mit hohem Rand hergestellt. Dies findet statt, um Unfälle zu vermeiden, da die Reaktion stark exotherm und die Wärmeentwicklung so groß ist, dass sie das Wasser zum Kochen bringt. Nach dieser Phase, bevor das Wasser vollständig verdunstet ist, werden die Kalkstücke mit einer Schicht Sand bedeckt. Der so gewonnene gelöschte Kalk wird als Fettkalk (weiß, dicht und fettig) bezeichnet und kann frühestens nach fünfzehn Tagen für Mauermörtel und nach drei Monaten für Putzmörtel verwendet werden.

Es kann jedoch vorkommen, dass einige Klumpen von Branntkalk nach dem Gebrauch ausbrennen und mit ihrer Volumenzunahme oft Aufblähungen oder Zerfälle verursachen. 
Dies ist das Phänomen der Calcinaroli und tritt auf, wenn ungealterter Fettkalk oder mangelhaftes Kalkhydrat eingesetzt wird. 

Nach dem Auftragen des Kalkhydrats kommt es bei Kontakt mit Luft zur Reaktion: Ca(OH)2 + CO2 -> CaCO3 + H2O 

Dieser Vorgang wird als “Abbinde- und Härtungsreaktion” bezeichnet. Gelöschter Kalk (Ca(OH)2) bildet in Kontakt mit Kohlendioxid (CO2) das Ausgangselement Kalkstein (CaCO3) um und setzt Wasser frei.

marmi
marmi

MARMORE

Marmor ist ein metamorphes Gestein, das hauptsächlich aus Kalziumkarbonat besteht. Es wird seit der Antike als Material für Bildhauerei und Architektur verwendet. In diesem Sinne wird der Begriff auch für andere “polierfähige” Steine verwendet, d. h. für Steine, deren Oberfläche durch Polieren zum Glänzen gebracht werden kann.    

Marmore haben verschiedene Farben, die von der Qualität und Anordnung der enthaltenen Mineralien abhängen. Das Vorhandensein von Quarz, Silikaten, Schwefel, Metallsulfiden, Magnetit, Fluorit, Glimmern, Chloriten und Gips – konzentriert, diffus oder in Geoden angeordnet – kann zu Farben führen, die von weiß bis grau-schwarz, grün, rosa, rot und gelb reichen, mit mehr oder weniger geäderten, getrübten oder arabesken Texturen. 
Sie zeichnen sich durch gute Härte, Festigkeit und vor allem durch eine hervorragende Polierbarkeit aus. Der Marmor ist umso schwieriger zu verarbeiten, je größer seine Kristalle sind. Sie werden je nach den klimatischen Bedingungen im Innen- und Außenbereich für alle Arten von architektonischen und künstlerischen Anwendungen eingesetzt. 
Die am weitesten verbreiteten italienischen Marmorsorten stammen aus den Gebieten der Apuanischen Alpen und der Versilia (dem weltweit bekanntesten Gebiet für seine enorme Marmorproduktion) und sind Carrara-Weiss, Arabesque und Statuario; weitere Marmore werden in den Provinzen Bozen (Laaser Weiss), Udine (Timau-Marmore), Novara (Crevola d’Ossola, Valle Strona Marmore) und Siena (Siena-gelb) abgebaut.
Auf dem Markt gelten alle Gesteine, die sich polieren lassen, als Marmor; andere metamorphe Gesteine werden ebenfalls als Marmor definiert, wie Gneise, Cipollino und Serpentine. Auch viele sedimentäre Lithotypen, die sich gut polieren lassen, wie kalkhaltige Breschen (Breccia Aurora, Breccia Pernice), kalkhaltige Alabaster und kompakte Kalksteine (Botticino, Perlato Coreno, Asiago, Aurisina, Chiampo, Custonaci und Verona Marmore) gelten als Marmor.    

Der Begriff Marmor (pl. marmora) wurde in der römischen Antike zur Bezeichnung aller Gesteine verwendet, die sich polieren lassen (echte Marmore, Kalksteine, Alabaster, die meisten Breschen).

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KLASSISCHE MARMORE

Diese Kategorie umfasst eine breite Palette unregelmäßig geformter, unbearbeiteter Natursteine wie Marmor, Porphyr und Granit, die in verschiedenen Korngrößen erhältlich sind. Zu den wichtigsten Verwendungszwecken von Granulaten gehören Stadtmobiliar, venezianische Bodenbeläge, die Gestaltung von öffentlichen und privaten Grünflächen und Steinteppich.

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KIESELSTEINE

Ein Kieselstein ist ein Felsen, der durch die Einwirkung von Wasser, insbesondere von fließendem Wasser in Flüssen und Bächen, poliert wird. Im Bauwesen werden Kieselsteine für Bodenbeläge und in Gärten verwendet. Es gibt Marmor-, Porphyr- und Granitkieselsteine.

pigmenti naturali

NATURPIGMENTE

Die natürlichen Erden sind in der Natur vorhandene Mineralstoffe.
Es handelt sich um Salze, Säuren, Sulfide, die in verschiedenen Formen im Erdboden, in unterschiedlich tiefen Lagerstätten, vorhanden sind. Sie befinden sich in verschiedenen Schichten, je nachdem, in welcher geologischen Epoche sie entstanden sind. Gerade ihre langjährige geologische Entstehung hat ihnen besondere Eigenschaften als Farbstoffe und hinsichtlich der Festigkeit verliehen, die nach den verschiedenen Schritten der Bearbeitung – bei einigen Sorten auch die Kalzinierung – noch mehr hervorgehoben werden.

Gebrannte Erden („Erden aus Siena“, besonders die vom Monte Amiata), gelbe Erden, grüne Erden, zusammen mit pflanzlichen Schwarztönen wie das „Nero di vite“ und Weiß von Hörnern und Austernschalen oder, später, Johannisweiß, wurden zuerst im Mittelalter in der Freskomalerei eingesetzt, um mit ihren neuen Farbtönen die Palette zu erfrischen und in die großen Werke der italienischen Renaissance einzutreten.

Diese Meisterwerke sind Beweis für die Unvergänglichkeit der Erdfarben und zeugen von der Tatsache, dass die Helligkeit bestimmter Ockertöne, die Intensität der Erdschatten von Zypern und die Erdtöne von Siena mit anderen modernen Pigmenten unerreichbar sind, ebenso wie die Transparenzen und Farbtöne, die so charakteristisch und unverzichtbar für die Kunstmalerei und die Restaurierung sind.

Dies sind einige der von Feltracco Fratelli verwendeten natürlichen Erden:

Tieforange
Tiefblau
Braune Casselerde
Braune Ceram
Korinth-Violett
Limonit aus Zypern
Roma Schwarz Nero Vite Schwarz Deutschland
Avana-Ocker
Wüstenocker
Dunkelocker
Icles-Ocket
Gebrannte Umbra
Umbra aus Zypern
Ercolano-Rot
Pozzuoli-Rot
Venetienrot
Gebrannte Siena
Gelbe Erde
Umbraerde
Gebrannte Umbraerde
Gebrannte Umbraerde aus Zypern
Natürliche Umbraerde aus Zypern
Natürliche Umbraerde
Natürliche grünliche Umbraerde
Gebrannte Umbraerde
Rote Erde
Natürliche Sienaerde
Gebrannte Sienaerde
Antike grüne Erde
Brentonico grüne Erde
Nikosia grüne Erde
Wassergrün

Chemische Zusammensetzung: Minerale Oxide natürlicher Herkunft (Seladonite, Hämatite, Limonite, Manganite) in unterschiedlichen Kombinationen je nach Typ (im Durchschnitt 20-40%).

semi preziosi

HALBEDELSTEINE

Gemmen sind Mineralien, die durch ihre Seltenheit, Transparenz, Farbe und Brillanz gekennzeichnet sind. Sie werden für die Herstellung von Luxusmöbeln, hochwertigen Veredelungen und erstaunlichen Produkten verwendet, wobei ihre Einzigartigkeit durch ihre Ästhetik und ihren optischen Eigenschaften gekennzeichnet ist.

Agata
Agata
Agata

ACHAT

Der Name „Achat“ leitet sich von dem Fluss Achates in Sizilien ab, der heute Dirillo heißt.
  
Achate bilden sich in den Hohlräumen von Vulkangestein als runde oder mandelförmige Ablagerungen. Die typischen Streifen im Achat sind auf die Oxidation von Mangan, Eisen und anderen Mineralien zurückzuführen. 

Achat ist ein gestreifter Chalcedon mit konzentrischen Bändern, die verschiedenfarbig oder einfarbig sein können. Achat gehört zur Gruppe der mikrokristallinen Quarze. 

Achat ist seit der Antike eine begehrte Gemme, sowohl wegen seiner Schönheit als auch wegen seiner Härte: Im Orient wurde er bereits 3000 v. Chr. zu dekorativen und praktischen Zwecken verwendet, z. B. für die Herstellung von Vasen. In der Welt der Gemmen wurde er als Schmuckstein, Kamee und Siegel verwendet. Im antiken Rom waren geschnitzte Achate besonders beliebt, d. h. Gemmen, die mit einer speziellen Schlifftechnik bearbeitet wurden, mit der sie nach einem Muster oder einer Figur graviert werden konnten. 

In der Bibel wird der Achat im zweiten Buch Mose als einer der Gemmen auf Aarons Brustplatte erwähnt. Sardonyx, eine Achatart, gehört zu den zwölf Steinen, die das Fundament der Mauer von Jerusalem bildeten. 

Schon im Mittelalter war der Achat ein besonders beliebter Edelstein. So war es zum Beispiel üblich, einen Achat an die Hörner von Ochsen zu binden, um die künftige Ernte positiv zu beeinflussen. 

Achate weisen auf ihrer Oberfläche farbige Streifen auf; die einzelnen Schichten dieser wunderschönen Farbbänder können durchsichtig oder sogar undurchsichtig sein und gelb, weiß oder braun fluoreszieren. 

Die unterschiedlichen Färbungen sind auf das Vorhandensein von Eisen und Mangan zurückzuführen. Die Schichten des Achats können unterschiedliche Farbintensitäten aufweisen, doch innerhalb der Geode sind sie fast identisch.

lapislazzuli
lapislazzuli
lapislazzuli
lapislazzuli

LAPISLAZULI

Die Bedeutung des Namens „Lapislazuli“ ist blauer Stein. 
Er ist in der Tat einer der berühmtesten blauen Edelsteine und besteht aus Lazulit, Kalzit und Pyrit. 
Letzteres verleiht ihm schöne goldene Adern. 
Seine Eigenschaften sind seit vielen Jahrhunderten bekannt, offenbar sogar seit dem 5. Jahrhundert. 
Im Buddhismus gilt er als einer der sieben Schätze. 
Um Lapislazuli ranken sich viele Legenden und Glaubenssätze. 
Er wird nämlich seit langer Zeit als ein Stein angesehen, der verschiedene Krankheiten heilen kann.   

Für die alten Ägypter war der Lapislazuli ein sehr wichtiger Stein. Er wurde in Halsketten, die von Hohepriestern getragen wurden, und zur Herstellung von Siegeln in Form von Skarabäen verwendet. Er wurde auch zur Herstellung von Amuletten verwendet, die von den Verstorbenen getragen wurden, um ihnen einen sicheren Übergang ins nächste Leben zu wünschen. Sie betrachteten ihn als Reiniger der Seele und des Geistes. Sie pulverisierten diesen Stein, vermischten ihn mit Gold, stellten eine Paste her und legten sie auf den Schädel. All dies, um die Seele zu reinigen, wenn sie glaubten, dass sie von einem Dämon besessen sei. 

Auch für die Assyrer war Lapislazuli war ein wichtiger Stein. Er war einer der sieben Gemmen, die Könige als Amulett und Zierde auf ihrer Brust trugen. Im Gilgamesch-Epos, das auf Tontafeln geschrieben ist und sich auf die sumerische Zeit bezieht, wird von Bäumen erzählt, auf denen Edelsteine wachsen, darunter auch Lapislazuli, der an der höchsten Stelle wächst. 

Die chinesischen Kaiser der Mandschu-Dynastie trugen für ihre Dienste im Himmelstempel gelbe Gürtel mit Lapislazuli darauf. 

Im Judentum: Ein Engel des Herrn gab König Salomo einen Ring aus Lapislazuli. Mit diesem Juwel, so die Legende, konnte er die Legionen von Dämonen kontrollieren, die seinen Tempel errichteten. 

Im Buddhismus: Für Buddhisten ist Lapislazuli ein heiliger Stein. Im elften Kapitel des Lotus-Sutra wird Lapislazuli als einer der sieben Schätze erwähnt, zusammen mit Gold, Silber, Achat, Perle, Perlmutt und Kornalin.

ossidiane
ossidiane

OBSIDIANE

„Obsidian“ ist ein überwiegend oder vollständig glasiges Ergussgestein und wird daher auch als vulkanisches Glas bezeichnet. Es entsteht durch die schnelle Abkühlung von Laven unterschiedlicher Zusammensetzung. 

Da es keine erkennbaren Minerale gibt, kann nur die chemische Analyse oder die Messung des Brechungsindexes eine petrographische Klassifizierung der Obsidiane ermöglichen. Dies geschiet durch die Verwendung geeigneter Adjektive. Daher werden die Obsidiane wie folgt klassifiziert: liparitisch, trachytisch, dakitisch, andesitisch und basaltisch. 

Die meisten haben eine saure Zusammensetzung, ähnlich wie die von Quarzporphyren. Ihre Farbe ist üblicherweise schwärzlich und sie weisen einen muscheligen Bruch und scharfe Kanten auf. Die ältesten Obsidiane weisen nach einem langsamen Rekristallisierungsprozess eine kryptokristalline oder sogar mikrokristalline Struktur auf. 

Bereits im Neolithikum wurde Obsidian im gesamten Mittelmeerraum zur Herstellung besonders schöner und scharfer Werkzeuge verwendet, die auch über große Entfernungen hinweg gehandelt wurden. Physikalisch-chemische Analysen haben ergeben, dass die wichtigsten Rohstoffquellen in diesem Gebiet die Inseln Lipari, Monte Arci auf Sardinien und die griechische Insel Melos waren. 

Später wurde Obsidian zur Herstellung von kunstvollen Ornamenten oder rituellen Gegenständen verwendet, wie sie für Staatszivilisationen wie in Ägypten oder, in der Neuen Welt, das Aztekenreich typisch waren.

vetro
vetri
vetri

DURCHSICHTIGES GLAS UND GLASPASTE

Glas ist ein fester, amorpher, starrer und transparenter künstlicher Werkstoff, der durch langsames Abkühlen einer zähflüssigen Masse gewonnen wird, die aus der Verschmelzung von Quarzsand und anderen Bestandteilen entsteht. 

Quarzsand enthält sehr feine Quarzkristalle (ein Quarzmineral). Wenn dieser Sand auf eine hohe Temperatur erhitzt wird, wird er nicht flüssig, sondern nimmt die Konsistenz von heißem Honig an. Dieser Zustand wird zähflüssig genannt, weil er durch Viskosität gekennzeichnet ist, d. h. durch die Schwierigkeit der Teilchen, die das Material bilden, gegeneinander zu fließen, wie es bei Flüssigkeiten der Fall ist. 

Wenn diese zähflüssige Masse abkühlt und in einen festen Zustand übergeht, haben die Teilchen, aus denen sie besteht, keine Zeit, sich in geordneter Weise anzulegen (bzw. zu kristallisieren), und ihre innere Struktur bleibt somit ungeordnet. Aus diesem Grund wird der erhaltene Feststoff als amorph bezeichnet, was “ohne Form“ bedeutet. Dieser Begriff bestimmt, wie wir noch sehen werden, viele seiner Eigenschaften. 

In der Chemie wird Glas als eine hochviskose Flüssigkeit definiert, d. h. eine Flüssigkeit, die nicht vollständig kristallisiert ist, deren Viskosität aber so hoch ist, dass sie fest erscheint. 

Das einzige Glas natürlichen Ursprungs ist Obsidian, ein Gestein, das durch Verglasung von Magma (bestehend aus Silikaten, d. h. kieselsäurehaltigen Mineralien) gewonnen wird, welches beim Austritt aus dem Vulkan und bei Kontakt mit der Außenluft schnell abkühlt, aber und nicht genügend Zeit hat, kristalline Strukturen zu bilden. 

Glas ist eines der ältesten bekannten Materialien und eng mit der Geschichte und den Kulturtechniken verschiedener Zivilisationen verbunden. 

Glas wird in Kunsthandwerk und Architektur verwendet.